NJANGAAN
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Mame, sechs Jahre alt, wird von seinem Vater einem Marabout anvertraut, um eine religiöse Ausbildung zu erhalten. Doch diese entspricht nicht den Erwartungen. In NJANGAAN, einem Begriff für Kinder in der „dara“, der traditionellen Koranschule, prangert Regisseur Mahama Johnson Traoré bestimmte religiöse Praktiken an, die Kinder in ein System der Unterwerfung zwingen und Familien im Namen der Religion ausbeuten. Die Talibé-Kinder werden zu bettelnden Schülern ohne echte Bildung und als kostenlose Arbeitskräfte für den Marabout eingesetzt. Der 1975 entstandene Film übt Kritik, die in der senegalesischen Gesellschaft bis heute aktuell bleibt.
NJANGAAN Regie: Mahama Johnson Traoré, DCP, OmeU, 87 min
Gast
Junior Johnson Traoré ist der Sohn des wegweisenden senegalesischen Filmemachers Mahama Johnson Traoré und Vertreter von Sunu Film Production, dem Unternehmen, das das filmische Erbe seines Vaters bewahrt und fördert. Er engagiert sich aktiv für die Restaurierung und internationale Verbreitung der Filme von Mahama Johnson Traoré. Dazu gehören insbesondere die 4K-Restaurierungen der Werke NJANGAAN (1975), REOU TAKH (1972) und LAAMBAYE (1972). Über die Social-Media-Kanäle von Sunu Film Production arbeitet Junior Traoré gemeinsam mit Léa Baron daran, einer neuen Generation von Zuschauer*innen die Geschichte des senegalesischen und afrikanischen Kinos näherzubringen. Gleichzeitig setzt er die kulturelle Mission fort, die sein Vater begonnen hat.