Am Internationalen Tag des Rassismus (Donnerstag, 21.3.2019) läuft die Dokumentation „Afro.Deutschland“ in Neuss und Theodor Wonja Michael ist auch zu Gast!

Rassismus bleibt leider aktuell. Wahlerfolge rechter Parteien sprechen hier Bände. Dabei kann sich in einer zunehmend globalisierten Welt eigentlich kein Land mehr Rassismus – „Relikt aus einer anderen Zeit“ – leisten.

Die Dokumentation „Afro.Deutschland“ von Jana Pareigis befasst sich mit Alltagsrassismus und Strategien dagegen.

„In Deutschland leben seit rund 400 Jahren schwarze Menschen – mittlerweile sind es schätzungsweise eine Million. »Woher kommst Du?« »Ich meine, woher wirklich? Deine Farbe?« Diese Fragen hört Jana Pareigis seit frühester Kindheit. Im Film beschreibt sie ihren Weg, mit Rassismus umzugehen. Ihre Hautfarbe erlebte sie auch als Makel: »Als Kind wollte ich weiß sein.« Ihre biografischen Erfahrungen verknüpft sie mit der Geschichte von Schwarzen in Deutschland – von der Kolonialzeit bis heute. Jana Pareigis begegnet anderen Afro-Deutschen, etwa dem Rapper Samy Deluxe, dem Profi-Fußballer Gerald Asamoah oder dem Zeitzeugen Theodor Michael, der in der NS-Zeit in Völkerschauen auftreten musste. Sie schildern, wie es ist, als schwarzer Mensch in Deutschland zu leben.“ (interkulturellewoche.de)

Im Anschluss an den Film spricht Theodor Wonja Michael über ein Jahrhundert deutscher Geschichte und das Wiedererstarken einer rechtsgerichteten Politik. Am 15. Januar 1925 als jüngster Sohn eines Kameruners und seiner deutschen Frau in Berlin geboren wuchs Theodor Wonja Michael nach dem Tod seiner Mutter im Jahre 1926 bei Pflegeeltern auf. Als Betreiber einer „Völkerschau“ setzten diese ihn schon im Alter von vier Jahren als schwarzen Komparsen ein. 1939 machte er seinen Volksschulabschluss. Eine weiterführende Schulbildung blieb ihm jedoch aufgrund der rassistischen Nürnberger Gesetze verwehrt. So verdingte er sich als Hotelpage, Zirkusdarsteller und als Statist in kolonialen Propagandafilmen der UFA. 1943 wurde er in ein Arbeitslager nahe Berlin eingewiesen und erst 1945 von der Roten Armee befreit. Auch in der Nachkriegszeit hatte Theodor Wonja Michael Schwierigkeiten, als Schwarzer Deutscher seine Familie zu ernähren. Er arbeitete als Schauspieler bei Theatern und Rundfunk, bis er schließlich auf dem zweiten Bildungsweg ein Studium nachholen konnte. Anfang der 1970er-Jahre wurde er als Experte für Afrika beim BND angestellt. In seiner 2013 erschienenen Biografie DEUTSCH SEIN UND SCHWARZ DAZU – ERINNERUNGEN EINES AFRO-DEUTSCHEN beschreibt er seinen ungewöhnlichen (Über-)Lebensweg und sein Engagement in der afro-deutschen Community. In dem Dokumentarfilm AFRO.DEUTSCHLAND von Jana Pareigis erzählt er davon.

Der Filmabend findet am Donnerstag den 21. März 2019  von 18:00 bis circa 20:00 Uhr in der Oberstraße 95, 41460  Neuss (Hitch) statt. Der Eintritt ist frei!