BEGLEITPROGRAMM

Wie immer wird zur Eröffnung des Festivals auch Live-Musik geboten, diesmal mit dem jungen Musiker Melchi VE aus Kamerun (19.9.)

LIVE MUSIK

FILMFORUM IM MUSEUM LUDWIG

19.09. DONNERSTAG

19:00

MELCHI VE

FESTIVALERÖFFNUNG MIT LIVE MUSIK

 

Melchi VE wurde in Kamerun geboren. Seine Musik – eine Mischung aus World Music, Reggae und Pop – erzählt von Erlebnissen aus seiner Kindheit und beschreibt Realitäten der kamerunischen Gesellschaft. Er singt in seiner Muttersprache Bamoun und in der bei Jugendlichen populären Umgangssprache Camfranglais. Seine Songs thematisieren den Alltag in den Dörfern Westkameruns, die Situation von Frauen und Kindern und die Bedeutung von Solidarität und Liebe. Er beschreibt das Leben in Kameruns Großstädten, das die Menschen mit Optimismus, Humor und Erfindungsreichtum meistern. Melchi begann 2008 zu singen und lernte erst klassisches Klavier zu spielen, später Gitarre. Er tritt als Solo-Künstler mit Akustikgitarre auf und kreiert auch live vielfältige elektronische Rhythmen und Sounds.

Eintritt frei

Wie schon 2018 so bietet der gemeinnützige Verein KITMA e.V. wieder Workshops zu Themen an, die in ausgewählten Festivalfilmen behandelt werden. Für Erstsemester des Lateinamerika-Instituts der Universität zu Köln und alle weiteren Interessierten gibt es zudem einen Workshop zum Cinema Negro in Brasilien.

WORKSHOPS VON KITMA e.V.

FILMFORUM IM MUSEUM LUDWIG

21.09. SAMSTAG

17:00

WORKSHOP (KiTma e.V.)

Soziometrie – Globale Zusammenhänge sehen, erkennen und verstehen

Oft werden Themen wie Klima, Rassismus, Migration, (Post-)Kolonialismus und das globale Wirtschaftssystem isoliert betrachtet. Eine sachgerechte Analyse der Herausforderungen, die im Zuge der Globalisierung entstanden sind, ist so nicht zu bewerkstelligen. Der Ansatz des Globalen Lernens soll dem entgegenwirken und die komplexen Zusammenhänge der nur scheinbar voneinander unabhängigen Problemfelder aufzeigen. Das so entstehende Gesamtbild ermöglicht, Ursachen zu erkennen, herrschende Sichtweisen zu hinterfragen und globale Lösungen für unsere Welt zu finden. In diesem Workshop möchten wir das Konzept der interaktiven Methode der „Soziometrie“ vorstellen und uns einen Überblick über die Zusammenhänge der einzelnen Themengebiete verschaffen.

Eintritt frei

FILMFORUM IM MUSEUM LUDWIG

21.09. SAMSTAG

19:30

WORKSHOP (KiTma e.V.)

Widerstand – Wenn bitten nichts mehr bringt!

Nach EVERYTHING MUST FALL (Sa 21.09. 17:00 Uhr)

Die meisten großen zivilen Errungenschaften – sei es in Gleichberechtigungs-, Arbeits- oder Naturschutzfragen etc. – wurden nicht durch Bitten gegenüber den Mächtigen oder ihre Güte durchgesetzt, sondern durch den energischen Widerstand einzelner oder wenige Personen, die durch ihre Initiative eine ganze Bewegung entfachten. Angelehnt an den Film EVERYTHING MUST FALL möchten wir mit euch über Legitimität und Grenzen des zivilen Ungehorsams sprechen. Wann ist es legitim, für Gerechtigkeit gegen geltendes Recht zu verstoßen? Wo beginnt die Grauzone? Wie viel Macht hat der Einzelne? Mit diesen und ähnlichen Fragen möchten wir uns beschäftigen und laden euch herzlich dazu ein. Unserem Workshop wird Rehad Desai, der südafrikanische Regisseur des Films EVERYTHING MUST FALL, beiwohnen sowie ein weiterer Gast, der uns tiefe Einblicke in eine bekannte kontroverse Initiative aus der Kölner Umgebung geben wird, die an dieser Stelle noch nicht genannt werden soll.

Eintritt frei

FILMFORUM IM MUSEUM LUDWIG

22.09. SONNTAG

14:00

WORKSHOP (KiTma e.V.)

Armut und Reichtum – reine Definitionssache

Nach SYSTEM K (So 22.09. 12:00 Uhr)

In diesem Workshop möchten wir uns mit den Wörtern „Arm“ und „Reich“ beschäftigen. Wie wird Reichtum in unserer Gesellschaft definiert? Woher kommt Reichtum und wie ist er verteilt? Wie wird man reich? Wie viel ist Leistung in einer Leistungsgesellschaft wert und wie geht man mit Neid um? Mit diesen und ähnlichen Fragestellungen möchten wir uns gemeinsam mit Euch in unserem interaktiven Workshop beschäftigen. Dazu wenden wir erprobte Methoden an und ziehen sowohl wissenschaftliche Theorien als auch in der Mehrheitsgesellschaft vorherrschende Ansichten heran.

Eintritt frei

FILMFORUM IM MUSEUM LUDWIG

22.09. SONNTAG

18:00

WORKSHOP (KiTma e.V.)

Das bittere Erbe des Kolonialismus – wie sieht es heute aus?

Vor African Shorts Ostafrika (So 22.09. 20:30 Uhr)

Auch wenn die Epoche des Kolonialismus offiziell als beendet gilt, bestehen zahlreiche strukturelle Missverhältnis-se und Stereotype weiterhin. In diesem Workshop möchten wir auf postkoloniale Strukturen aufmerksam machen und gemeinsam mit Euch die gegenwärtigen Situationen ehemaliger Kolonien betrachten. Darüber hinaus richten wir den Blick auf die Beweggründe für Flucht und Emigration aus Ländern mit kolonialer Vergangenheit. Sind wir auf dem richtigen Weg zu einer gerechteren Welt, oder steuern wir auf Separation und Ungleichheit zu? Diesen Fragen nähern wir uns mit interaktiven Methoden, anhand derer ein Perspektivwechsel und eine differenzierte Auseinandersetzung mit der Thematik ermöglicht wird.

Eintritt frei

FILMFORUM IM MUSEUM LUDWIG

27.09. FREITAG

20:00

WORKSHOP (KiTma e.V.)

„Multi-Kulti“ ist tot? – Deutschland zwischen Vielfalt und Leitkultur

Multi-Kulti ist gefühlt zu einem Unwort mutiert. Vielfalt wird heute vermehrt als Bedrohung angesehen. Wir möchten uns mit den Ängsten und Fakten dieser Thematik beschäftigen und uns unter anderem folgenden Fragen widmen: Was bedeutet Identität und Kultur in der heutigen Zeit? Wer ist Ausländer, wer ist Deutscher und wer bestimmt dies? Wo endet die Integration und wo beginnt Assimilation? Den Antworten auf diese Fragen werden wir uns mittels interaktiver Methoden und intensivem Austauschs nähern.

Eintritt frei

FILMFORUM IM MUSEUM LUDWIG

28.09. SAMSTAG

18:00

WORKSHOP (KiTma e.V.)

„Jeder ist seines Glückes Schmied“ – die Sehnsucht nach Veränderung

Das Thema Migration beschäftigt die Medien und Menschen in Deutschland und Europa nach wie vor. Wir möchten das Thema aus der Perspektive der Betroffenen betrachten. Dazu werden wir durch erprobte Methoden einen Perspektivwechsel vollziehen und die Beweggründe für Migration auf ihre Legitimität hin überprüfen. Ebenfalls wird die europäische Abschottungspolitik betrachtet und auch sie auf ihre Rechtmäßigkeit hin untersucht.

Eintritt frei

FILMFORUM IM MUSEUM LUDWIG

28.09. SAMSTAG

20:00

WORKSHOP (KiTma e.V.)

Das Globale Wirtschaftssystem – Zwei Seiten einer Medaille

 

Noch nie war die Welt so global wie heute. Doch wer sind die Gewinner und wer die Verlierer eines weltumspannenden Wirtschaftssystems. Wir möchten anhand des „Perlentauschspiels“ die Realität abbilden und wirtschaftliche Machtverhältnisse aufzeigen, um so die Vor- und Nachteile bzw. kritische Aspekte unseres Wirtschaftssystems zu benennen und Lösungsansätze formulieren zu können.

Eintritt frei

 

Alle Workshops werden gefördert vom „Bundesprogramm Demokratie Leben“

 

KÖLN POSTKOLONIAL

Treffpunkt: vor „Em Golde Kappes“, Neusser Str. 29

22.09. SONNTAG

12:00

29.09. SONNTAG

12:00

Köln (post-)kolonial – Ein kolonialkritischer Stadtrundgang im Nippeser „Afrika-Viertel“

Mit Bebero Lehmann (Historikerin/Journalistin)

Anmeldung: mail@filminitiativ.de , + 49 221 – 46 96 243

Eintritt: 8 Euro / 6 Euro (ermäßigt)

Das Ende des deutschen Kolonialreichs liegt mehr als 100 Jahre zurück. Doch koloniale Strukturen und Denkmuster prägen auch heute noch unser Zusammenleben und es gibt in zahlreichen Städten Straßennamen, die in Zusammenhang mit der deutschen Kolonialvergangenheit stehen. Im kollektiven Geschichtsbewusstsein kommt dieses Kapitel der deutschen Geschichte aber nur schleichend an. Kaum einer weiß, weshalb Köln Anfang des 20. Jahrhunderts als „Koloniale Metropole“ des Westens galt. Wie der kameruner Rechtsgelehrte Rudolph Manga Bell in seiner Heimat gegen die deutsche Kolonialherrschaft klagte. Oder wie sich Schwarze Menschen in der Weimarer Republik politisch organisierten, um gegen Kolonialismus und Rassismus zu kämpfen. Durch den kolonialkritischen Stadtrundgang wird das Kölner „Afrika-Viertel“ zum öffentlichen Lern- und Erinnerungsort, an dem die koloniale Vergangenheit Kölns und Deutschlands thematisiert und deren Kontinuitäten hinterfragt werden. Bebero Lehmann ist Historikerin und Journalistin. Sie bietet kolonialkritische Stadtrundgänge durch Köln an, enga-giert sich in der bundesweiten Initiative „Decolonize Deutschland“ und hat den ersten Black History Month in Köln initiiert, der im Februar 2019 stattfand.

Im Rahmen des 17. Afrika Film Festivals Köln laden FilmInitiativ Köln e.V. und die Zentralbibliothek Köln zur Podiumsdiskussion SAMBA DE FASCISMO – Ist Brasilien auf dem Weg in die Diktatur?

PODIUMSDISKUSSION

STADTBIBLIOTHEK KÖLN

23.09. MONTAG

19:00

PODIUMSDISKUSSION

SAMBA DE FASCISMO

Brasilien auf dem Weg in die Diktatur?

Intro:

Myriam „Mymmi“ Chebabi

(Brasilien-Sketch aus der Immisitzung 2019)

Inputs:

Gabriel Martins (Filmemacher, Brasilien)

Carola Saavedra (Schriftstellerin, derzeit in Köln im Exil)

Jean Wyllys (Parlamentsabgeordneter für Rio de Janeiro, derzeit in Berlin im Exil)

 

In Brasilien lebt die größte afrikanische Diaspora der Welt. Mehr als die Hälfte der Brasilianer*innen hat afrikanische Vorfahren. In den letzten Jahren ist eine bemerkenswert kreative schwarze Filmszene in Brasilien entstanden. Doch seit dem Amtsantritt des rechtsextremen Präsidenten Jair Bolsonaro Anfang 2019 ist nicht nur deren Existenz, sondern die Demokratie insgesamt bedroht. Dies thematisiert die brasilianische Präsidentin der Kölner Immisitzung Myriam „Mymmi“ Chebabi in ihren Sketch „Samba de Fascismo“. Der Filmemacher Gabriel Martins, die Schriftstellerin Carola Saavedra und der Parlamentsabgeordnete Jean Wyllys informieren über die Lage in ihrem Land.

Eintritt frei

 

Eine Kooperation zwischen der Zentralbibliothek der Stadt Köln, FilmInitiativ Köln e. V., Camões – Instituto da Cooperação e da Língua (Portugal), Portugiesisch-Brasilianisches Institut der Universität zu Köln, CineBrasil, Cinema Negro, Informationsstelle Lateinamerika e. V. (ila), Köln-Rio e. V. & Kino Latino Köln

Melchi VE

Workshop KiTma e.V. (2018)

Bebero Lehmann

Jean Wyllys

Carola Saavedra

Myriam Chebabi

Gabriel Martins