In einem neuen Interview spricht der tunesische Regisseur Mahmoud Ben Mahmoud über seinen Spielfilm „Fatwa“.

Das 17. Afrika Film Festival Köln fand unter dem Schwerpunkt: „Fundamentalismus und Migration“ statt und der Spielfilm „Fatwa“ des tunesischen Filmemachers Mahmoud Ben Mahmoud passte herrvorranden in diesen Fokus. „Fatwa“ spielt in Tunis im Jahr 2013. Nachdem sein Sohn Marouane bei einem Motorradunfall ums Leben kam, kehrt der in Frankreich lebende Brahim zum ersten Mal seit Jahren nach Tunesien zurück. Trauer um seinen Sohn mischt sich mit Schrecken angesichts der jüngsten politischen Veränderungen in seinem Heimatland. Zwar konnte die Diktatur von Präsident Zine El Abidine Ben Ali beendet und eine parlamentarische Demokratie eingeführt werden. Aber als Konsequenz der neuen Redefreiheit erheben jetzt auch Salafisten und islamistische Extremisten das Wort. Der liberale Brahim erfährt nicht nur, dass gegen seine Ex-Frau, die Autorin Loubna, aufgrund ihres jüngsten Buchs eine Fatwa verhängt wurde, sondern auch, dass sein Sohn in einer radikal-islamistischen Gruppe aktiv war. Brahim versucht herauszufinden, wie es dazu kam.

Mahmoud Ben Mahmouds investigatives Drama erhielt 2018 den Hauptpreis „Tanit d’Or“ der Journées Cinématographique de Carthage in Tunis. In einem Interview mit Lise Merciere und Eléonore d’Andlau-Hombourg schildert der Regisseur uns seine Perspektive auf den Spielfilm und die Situation von Filmemachern in Tunisien.